„Sometimes I live in the country
Sometimes I live in the town
Sometimes I have a great notion
To jump into the river and drown“ (Huddie „Lead Belly“ Ledbetter)
Lange und unbewegliche Einstellungen dominieren den Bilderfluss von Wendy & Lucy. In dieser Ruhe lässt Reichardt die Würde von oftmals trivial anmutenden Alltagsverrichtungen sichtbar werden. Es sind insbesondere die leichten Störungen dieser Abläufe und Routinen, die Wendy and Lucy auch als ein zeitgenössischer filmischer Kommentar zu Heideggers Analytik des Daseins verstehbar machen.
Wendy will mit ihrem Hund Lucy nach Alaska, um in den dortigen Konservenfabriken Geld zu verdienen. Sie hat in ihrer Heimat nämlich Schulden und träumt von einem neuen Leben ohne Sorgen. Auf dem Weg landet Wendy in Portland. Eine Reihe unvorhersehbarer Ereignisketten zieht den Aufenthalt dort in die Länge, ja, fast strandet sie tragisch in der Stadt der Rosen, ohne ihr Ziel je erreicht zu haben. Nur wenige weitere Charaktere bevölkern die Erzählung. Will Oldham berichtet als Hobo mitreißend von seinen schrägen Erlebnissen in Alaska, während Walter Dalton einen Wachmann mimt, der als einziger Wendy sorgsam gegenübertritt.
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