Que(e)rbeet
– what a pleasure!
Die Geschlechterfrage,
die Frage nach dem Sex, der Erotik, des Gefallens, der Rolle, den
Normen, der Identifikation – eine Handgreiflichkeit. Aber
nicht, weil man sich in all diesen Fragen tolerant und interessiert die
Hand gibt, sondern weil Diskurse über
»Abnormität« in unseren Gesellschaften auf
der kalten, toten Hand liegen. Wohl denen, die einst filmisch meinten:
»Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation,
in der er lebt.« Und ganz im Fokus dieser Perversion, dieser
stetig andauernden Situation einer gesellschaftlich konstruierten und
geschürten Ignoranz wie Diskriminierung, dieser schlichten, zu
beschreienden Taubheit, entgegnen wir im Zebra Kino jedes Jahr ein
Filmfestival der befreienden, weil schönen Art: das
Que(e)rgestreift-Filmfestival wird uns vom 19. Februar bis zum
1. März den neuen Monat mit acht besonderen Filmen und
ausgewählten Vorträgen versüßen,
und flüstern: »Ich bin, weil ich liebe«
Doch auch vor diesen zwei Wochen hochkochender Gefühle haben
wir cineastische Schmackhaftigkeiten am Projektor bereitstehen: Nachdem
wir noch bis in den frühen Monat hinein
Klassenverhältnisse und Thirst weiterspielen, erhält
das junge nordamerikanische independent-Kino in unserem Fokus
Amerikanische Nächte ab dem 5.2. die letzte Pointe mit Wendy
und Lucy, wir zeigen die Kurzfilme der Augenblicke 2010 am 6.2., und in
der allgemein so mordslustigen Zeit vom 12.2 bis 15.2. spielen wir den
Caligari-Filmpreis-Knaller Love Exposure, ein rasanter Bilderhagel von
237 Minuten, bunter als es anderswo nur sein kann. (mk)