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zuletzt aktualisiert : 30.03.2007 15:17:17 (18805 gelesen)
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Taxi Driver (WA)

USA 1976, 113 Min.; OmU
Regie: Martin Scorsese; Buch: Paul Schrader; mit: Robert de Niro, Jodie Foster, Harvey Keitel, Cybill Shepard, Leonard Harris, Martin Scorsese
FSK: 16

Travis Bickle (Robert de Niro) ist vom Dschungel Vietnams in den Asphalt-Dschungel von New York zurückgekehrt. Permanent schlaflos beginnt er als Taxifahrer zu arbeiten. Er fährt nachts und er kann nicht ertragen, was ihm auf seinen Touren begegnet: Prostitution, Drogen und Korruption.
In der Stadt ist Wahlkampf und mit dem Slogan „We are the people“ buhlt Charles Palentine (Leonard Harris) um die Gunst der Wähler. „Sauberkeit in jeder Hinsicht“ tönt es und so prangt es auch von den Plakaten. Travis beobachtet das Wahlkampfbüro, ist jedoch mehr an der Wahlkampfmanagerin Betsy (Cybill Shepard) interessiert. Unter dem Vorwand, sich im Wahlkampf engagieren zu wollen, erregt er ihre Aufmerksamkeit. Als er sie ins Kino einlädt und dazu ein Pornokino auswählt, bricht sie jeden Kontakt zu ihm ab.
Neben Betsy begegnet ihm Iris (Jodie Foster), eine minderjährige Prostituierte, die für Sport (Harvey Keitel) anschafft. Travis will sie da heraus holen, doch sie macht ihm klar, dass sie das gar nicht will. Kinderprostitution, Drogensumpf und die Saubermann-Parolen des Wahlkampfs, die sich als erstunken und erlogen herausstellen, sind die Funken, die das Pulverfass explodieren lassen: „Someday justice will come to town!“. Travis besorgt sich Waffen, trainiert seinen vietnamgestählten Körper, rasiert sich einen Iro und kommt über die Stadt ...
Mit Travis Bickle haben Scorsese und Schrader einen total gebrochenen Charakter geschaffen, der zuviel Schmutz gesehen hat, um noch Illusionen zu haben, der selbst ein Produkt dieses Schmutzes ist und der mit kaltblütiger Professionalität und unnachgiebiger Gewalt den Schmutz aus der Stadt exorzieren will. Die Frage ist: Wen trifft die letzte Kugel?
Nach Polanskis Chinatown entstand mit Taxi Driver der zweite grandiose ‚Retro-noir-Film’ der 70er, der nicht nur dem überindividuellen Raum Großstadt eine weitere Schattenseite abgewinnt, sondern die Gewaltspirale im Spielfilm gehörig heraufschraubt. (hb)

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