OK
 
Zebra Kino

Bewegte Streifen
.
  Willkommen !   07.09.2010, 12:08 Uhr  
.
   Der Monat im Blick
.
.
   Monatsprogramme
.
· September/ Oktober Programm
· Heft zum Download (als pdf)
· Yeni Türk Sinemasi
· Fokus: Neue Helden #1

· Filmdatenbank
· Trailer
· Archiv
.
   Reihen/Schwerpunkte
.

· Junger deutscher Film
· Aktueller Film
Klassiker
Déjà vu?
· Pegasus Filmclub
· 14+
· Kinder- und Familienfilm
· Sprachlabor
· Theaterkooperation
Doku
.
   Allgemein
.
· Startseite (mit News)
· Newsrückblick
· Weblinks
· Suche


.
   Zebra-Kino Infos
.
· Impressum/Kontakt
· Wer wir sind!?
· Wo wir sind!?
· Fördermitgliedschaft
· Auszeichnungen
· Formate: analog und digital

· Newsletter
.
   Login
.
 Benutzername
 Kennwort
 in Cookie speichern


.
.
Klassiker
zuletzt aktualisiert : 30.11.2007 13:28:12 (19048 gelesen)
[Druckansicht]


City Lights (Lichter der Großstadt)


USA 1931, 86 Min.
Regie, Buch und Musik: Charles Chaplin; mit: Charles Chaplin, Virginia Cherrill, Harry Myers u.a.
FSK: ab 6

 
Zwar hatten die Warner Brothers bereits 1928 den Tonfilm herausgebracht, dennoch drehte Chaplin mit City Lights – Lichter der Großstadt einen weiteren Stummfilm. Chaplin bedient sich in diesem Werk bereits einiger Elemente, die dem Tonfilm entstammen, setzt jedoch weiterhin Zwischentitel ein. Das Multitalent Chaplin hielt aus Überzeugung am Stummfilm fest. Für ihn war das Wesen des Films die Pantomime, die durch die Filmtechnik noch hervorgehoben wurde. Die häufigste Einstellung ist die Totale, die dem Bühnenraum aus der Perspektive des Zuschauers entspricht. Neben Modern Times (1936) gehört City Lights zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Filmen der Dreißiger Jahre.

Der Film beginnt mit der Enthüllung eines Denkmals, das Frieden und Wohlstand verherrlichen soll. Als die Hüllen des Monuments fallen, sieht man den Vagabunden Charlie, der sich auf dem Schoß der Statue ausruht. So direkt hatte Chaplin noch nie die Gesellschaft und ihre offiziellen Kundgebungen karikiert. Anders als viele seiner bisherigen Filme besteht City Lights nicht aus einer Reihe brillanter Nummern, sondern erzählt eine geschlossene Geschichte. Chaplin ist in seiner Paraderolle als Tramp mit Hut und Stock unterwegs, als er sich in ein armes, blindes Blumenmädchen verliebt. Zudem rettet er einem Millionär, der sich umbringen will, das Leben. Zum Dank darf er nicht nur mit dem Begüterten die Nacht durchzechen, sondern bekommt auch etwas Geld geschenkt. Doch der Millionär ist nur unter Alkoholeinfluss menschlich, nüchtern erinnert er sich an seine soziale Stellung und lässt den Tramp aus seiner Villa werfen.

Die geniale Mischung aus Tragik und Komik sowie Sozialkritik passt hervorragend zusammen und macht diesen Klassiker auch heute noch zu einem ungemein berührenden Film.

Bertolt Brecht ließ sich von diesem Chaplin-Film inspirieren und verwendete das Motiv der ‚gespaltenen Persönlichkeit’ in seinem Theaterstück ‚Herr Puntila und sein Knecht Matti’, das ab 21. September im Konstanzer Stadttheater aufgeführt wird. (vs)

Wir zeigen den Stummfilmklassiker in Kooperation mit dem Stadttheater einmalig am Donnerstag, 11.10.2007 um 20 Uhr im Zebra Kino.

Musikalisch begleitet wird der Film von ...

Eintritt: 7,- EUR

 

Die Doppelgänger von Sacramento (Deutsche Fassung)

(Our Relations)

USA 1936, 72 Min.;

Regie:Harry Lachmann; mit Stan Laurel, Oliver Hardy

FSK: ab 6; Prädikat: wertvoll

In Die Doppelgänger von Sacramento gibt es Stan Laurel und Oliver Hardy gleich im Doppelpack. Zum einen sind sie glücklich verheiratete Ehemänner und brave Bürger. Zum anderen gibt das Gespann deren Zwillingsbrüder: Zwei muntere Matrosen und Abenteurer, die gleichzeitig als die schwarzen Schafe ihrer Familien gelten.

Eines Tages erreicht die beiden Pantoffelhelden die Nachricht, dass ihre Zwillingsbrüder auf See tödlich verunglückt wären. Doch – unverhofft kommt oft – laufen die beiden totgesagten Tunichtgute gerade mit ihrem Schiff putzmunter in den Hafen ein und stellen im Strudel der nun einsetzenden Ereignisse die ganze Stadt auf den Kopf. Durch Verwechslungen werden Stan und Ollies Ehen vor massive Krisen gestellt und die beiden mitsamt ihrer Doppelgänger geraten wegen eines kostbaren, verschwundenen Rings in Konflikt mit organisierten Gangstern. Im grotesken Durcheinander des ‚wer mit wem’ und ‚wer gegen wen’ und spontan gebildeter Zweckgemeinschaften kommt es zu rasanten Verfolgungsjagden und grotesker Situationskomik in allerfeinster Slapstick-Manier.

Der Film ist einer der ersten, die von Laurel und Hardy selbst produziert wurden und in dem sie ihr ‚Lach-Kino’ vollständig nach eigenen Vorstellungen gestalten konnten. Mit ungewöhnlichem Aufwand (gemessen an den Vorgängerfilmen) ist eine Doppelgänger-Groteske entstanden, die zu den besten Filmen des Duos gehört. Nach Spuk um Mitternacht, der zum Aktionstag der Kommunalen Kinos 2005 im Rahmenprogramm der Konstanzer Kurzfilmspiele_1.2 als (restaurierte) Fassung uraufgeführt wurde, freuen wir uns jetzt schon auf ein Wiedersehen mit den sympathischsten Hüteverwechslern und Augenpiekern der Filmgeschichte.

(hb)

 Sonntag, 28/01/2006; 17:00 Uhr im Zebra-Kino

 


Dr. Strangelove: or how I learned to stop worrying and love the bomb


Regie: Stanley Kubrick (USA, 1963); mit: Peter Sellers, Sterling Hayden u.a.

 

1.) Spätestens seit Don Siegels Invasion of the Bodysnatchers (Die Dämonischen, 1956) ist der kalte Krieg ein Thema auch im amerikanischen Film. Die Bodysnatchers waren bei Siegel noch Aliens, die aus den Menschen entseelte, botanische Klone ihrer selbst machten. Was bei Siegel noch ein Alien-Kollektiv war, wurde in der Folge mit immer schärferen Konturen die UdSSR.

Das innenpolitische Programm des ‘Kommunistenfressers’ McCarthy beschwor die Angst seiner Landsleute vor einer feindlichen Übernahme aus dem Inneren und der ‘roten Flut’, einer Invasion durch die sowjetische Supermacht. Die Folge war ein Klima der Angst, insbesondere der Angst vor Diffamierung und damit verbunden vor Berufsverbot, ein Radikalschlag gegen alles ‘Linke’ und ‘Liberale’ in den Vereinigten Staaten. Arthur Miller beschrieb diesen Zustand als Hexenjagd.

1963 als Stanley Kubrick Dr. Strangelove fertigstellt, ist McCarthy selbst nur noch Geschichte. Doch die ‘Traumatisierung’ der US-Bürger sollte noch lange vorhalten (und wurde durch die Kuba-Krise noch einmal verschärft). Zwei Supermächte, beide mit dem Potential die gesamte Erde gleich mehrfach in die Luft sprengen zu können, stehen einander voller Misstrauen und im Kampf um die Frage nach dem besseren System - aus heutiger Sicht in nahezu absurder - Eitelkeit gegenüber.

2.) Hier endet die Geschichte und die Leinwand-Geschichte beginnt. Der kriegstechnische Apparat ist so hochgezüchtet und auf binäre Intelligenz getrimmt, dass Verfahrensabläufe im Ernstfall automatisch durchgeführt werden (doomsday machine). Die Möglichkeiten des menschlichen Eingreifens (zum Beispiel im Fall eines technischen Fehlers oder eines menschlichen Versagens) sind dabei nur noch gering. Der Film beginnt genau mit einem solchen saublöden Fehler.

(Der paranoide U.S. General Jack D. Ripper ist überzeugt, dass die Russen das Trinkwasser der USA vergiften und damit die ‚wertvollen Körpersäfte’ der Einwohner angreifen. Eigenmächtig schickt er ein mit Atombomben bestücktes B-52 Geschwader in Richtung Sowjetunion.

Um die Crew vor feindlicher Infiltrierung zu schützen, wurde ihr eingeschärft, das Funkgerät abschalten. Nun bleibt dem Präsidenten nichts anderes mehr übrig, als seinen ‚Kollegen’ im Kreml anzurufen und ihm von dem Missverständnis zu berichten. Das sowjetische Abwehrsystem ist, stellt sich heraus, so programmiert, dass bei einem Angriff automatisch der Gegenschlag nicht nur als Reaktion, sondern als Kettenreaktion erfolgt. Die logische Konsequenz ist, dass der flächendeckende Gegenschlag mit einem ebenso flächendeckenden Gegenschlag beantwortet werden muss. Was nun folgt ist eine der bösesten Satiren der Filmgeschichte und eine wunderbare Parodie auf das filmische Mittel der parallel-montierten last-minute-rescue.

3.) Seit David Wark Griffiths (The Fatal Hour, 1908; The Lonedale Operator, 1911) hat sich eine spezielle Form der Parallelmontage etabliert und bis heute gehalten, in der ein Held oder eine Gruppe, die den Helden begleitet, in letzter Minute die zumeist blonde Belohnung aus einer lebensbedrohlichen Situation errettet und dabei den bösen Widersacher unschädlich macht. Die Parallelmontage verfährt dabei so, dass der Weg des Helden, der noch diverse Schwierigkeiten überwinden muss und die lebensbedrohliche Situation der Belohnung, die währenddessen der Held gegen die Widrigkeiten ankämpft, an Lebensbedrohlichkeit zunimmt, abwechselnd gezeigt werden. Die Dauer der Szenen wird dabei immer kürzer und es findet eine räumliche Annäherung statt, bis sich dann Held, böser Gegenspieler und zu rettende Frau zur selben Zeit am selben Ort befinden und im show-down entschieden wird, wer der bessere Kerl ist. Diese last-minute-rescue (Rettung in letzter Minute) genannte, narrative Strategie (durch den Schnitt ) ist aller Ehren wert, doch 1963 eigentlich nur noch ein Muster zur Konfektionierung eines publikumswirksamen Streifens. Stanley Kubricks Dr. Strangelove setzt gegen diese filmische Konvention einen Kontrapunkt. Die Crew der B-52 hat auf ihrem Flug gegen die UdSSR mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen, die sie (auch musikalisch) getragen vom amerikanischen Pioniergeist alle Schwierigkeiten bis zur Selbstaufopferung überstehen lässt. Das gute Ende unserer Helden ist in dem Fall allerdings nicht eine blonde Belohnung, sondern die zufriedenstellende, wenngleich auch weltzerstörerische Erledigung ihres Auftrags. Die ‘Aufgabe’ der last-minute-rescue verkehrt sich in eine last-minute-destruction in Rodeo-Manier. Was folgt ist der geniale Auftritt von Peter Sellers, einer Art Colonel Kurtz (aus Heart of Darkness hier als Dr. Strangelove), der aus lauter Begeisterung über seinen Vortrag (how I learned to love the bomb) seine Gehunfähigkeit vergisst und die Katastrophe wissenschaftlich fundiert und menschenverachtend zum Hohelied des Narzimus und Machismo verkehrt. Den süffisantesten Teil des Films bildet jedoch die einmalige Schlusssequenz.

Viele Filme von Stanley Kubrick waren wegen filmrechtlicher Querelen lange Zeit aus dem Verkehr gezogen. Das Zebra-Kino freut sich ganz besonders, mit der Wiederaufführung von Dr. Strangelove einen aussergewöhnlich visionären, zugleich ebenso ernsten wie amüsanten Film auf die Leinwand zu bringen, der - wie die Entwicklungen in Pakistan, Nordkorea oder dem Iran zeigen, nichts von seiner Aktualität eingebüsst hat. Für die Ermöglichung dessen möchten wir dem Filmverleih Neue Visionen, der eine 35mm Kopie des Films neu erstellt hat, besonderen Dank aussprechen.

(hb)

 

[erster]  [vorheriger]  [zurück zum Haupt-Artikel]  [nächster]  [letzter]
[verschicken]
.
. . .



Web site powered by PostNuke ADODB database libraryPHP Language

Die Rechte an allen Logos und Handelsmarken auf dieser Site liegen bei den jeweiligen Inhabern. Die Rechte an den Rezensionen und Kommentaren liegen bei den jeweiligen Verfassern, das Copyright an allen restlichen Inhalten beim Zebra-Kino Konstanz.
Diese Website ist mit PostNuke erstellt worden, ein in PHP geschriebenens Web-Portalsystem. PostNuke ist freie Software, die unter der GNU/GPL license veröffentlicht wurde.
Sie können unsere News mit Hilfe der Datei backend.php als RSS-Feed beziehen.
Wir übernehmen keine Haftung für externe Links außerhalb unserer eigenen Website.