|
|
Der Monat im Blick
|
 |
|
Monatsprogramme
|
 |
|
Reihen/Schwerpunkte
|
 |
|
Allgemein
|
 |
|
Zebra-Kino Infos
|
 |
|
Login
|
 |
|
|
 |
Direkt zum Monatsprogramm: März 2010
April 2010
|
 |
 |
|
|
|
 |
| |

Dieser Film ist einfach nur da; und das ist sein größtes Verdienst. Je mehr man sich bemüht, ihn zu verbieten und ihn dieser Welt wegzunehmen, desto mehr steht er einfach für sich. Keine Frage, es ist einer der meist diskutierten Filme der bisher 115 Jahre währenden Filmgeschichte. Doch jeder weitere Kommentar, jedes Essay, jeder Verbotsantrag erweitert den Diskurs um das Werk und übersteigt den Wert dessen enorm.
Somit wird immer wieder auf eine Geschichte verwiesen, die einfach existiert; keine anklagende Geschichte, sondern etwas, das mahnt, ohne zu aktiv zu mahnen.
Dieses gewisse Maß an Passivität wird auch von Tonino delli Collis Kamera aufgenommen. Sie ist zurückgenommen und beobachtet das grauenerregende Geschehen. Das bedeutet aber auch, dass der Zuschauer nicht eingreifen kann. So geschieht etwas Schreckliches, indem es schlichtweg existiert, und gerade dies ist die Tatsache, die jegliche Kritiker des Werks vereint: Sie wollen jene abgründigen Seiten des Menschseins selbst verbieten.
Dieser Film ist nur ein Fenster, das uns davorstehen lässt und etwas zeigt, das wir nicht sehen wollen.
Pasolini stand Zeit seines Lebens der intellektuellen Linken nah, immer aber zuerst seine eigenen Ansichten und sein individuelles künstlerisches Schaffen vertretend, was ihm stets Feinde in zahlreichen politischen Lagern, auch in der Linken, einbrachte. Mit seiner konsequent gepflegten Arbeit einer oftmals grenz- und normüberschreitenden Kunst brachte er das konservativ geprägte Italien regelmäßig an den Rand des „gesellschaftlich Ertragbaren“ – und stellte so immer wieder zu Recht die Frage nach der normativen Gültigkeit und realen Existenz der Gutwerte des Establishments.
Nur die wenigsten Zuschauer geben sich die Mühe und damit dem Schaffen Pasolinis ein würdiges Zeichen, den Film als das zu sehen, was er ist: Ein Ausdruck künstlerischen Schaffens auf Zelluloid, ein Film, der uns mögliche Realität zeigt, genauer, unser potentielles Ich zeigen will, und der deswegen existiert, weil wir existieren. Der Film ist so da, wie wir alle da sind. Die Leinwand soll in allem gesehen werden dürfen, was sein kann, um ja genau dies auszusprechen. Denn nur wenn man wissen darf, was sein kann, kann man wissen, was nicht sein darf.
Die 120 Tage von Sodom: Fr. 12.03., 19:00 Uhr; Sa. 13.03., 21:15 Uhr; So. 14.03., 20:00 Uhr; Mo. 15.03., 21:15 Uhr
FSK: ab 18
Diesem Film folgt in unserem Programm wenige Wochen später die Hommage „Die 120 Tage von Bottrop“ von Regisseur Christoph Schlingensief.
|
|
|
|
|
|
| |
geschrieben von: jg am Dienstag, 09. März 2010
|
|
|
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|
|
 |
 |
|
|
|
 |
| |
In einer Zeit vor FM4: Österreich liegt musikalisch brach, im südlichen Kärnten sieht es besonders düster aus. 1991 gründet sich schließlich gegen diese trostlose Stille Naked Lunch, benannt nach dem berühmten Burroughs-Roman. 17 Jahre später erhält die Band um Zamernik und Welter ihre verdiente filmische Ehrung: Universalove.

Die Geschichte in und um Universalove ist so alt wie das Geschichtenerzählen selbst. Im Mittelpunkt steht das große Gefühl, das alle Menschen verbindet oder wahlweise alle Menschen trennt: die Liebe. Und hier ist sie sogar, der Titel sagt es, die universelle Liebe. Die weite Welt, große Städte und immer wieder die Musik, die als roter Faden die Augenblicke verbindet.
Universalove ist in bester Manier Episodenfilm, einmal um den ganzen Globus: Marseille – eine junge Frau bangt um das Leben ihres Geliebten; Tokio – Liebe trotz Distanz; Brooklyn – Eifersucht; Rio de Janeiro – eine Frau trifft ihren angebeteten Star; Belgrad – zaghafte Liebe; und schließlich Luxemburg – Liebe zwischen den Generationen. Hier hört die Reihe auf, im Leben geht sie weiter.
Dass Liebe die gesamte Menschheit betrifft, ist kein neuer Gedanke, eine bekannte Band den Soundtrack für einen Film einspielen zu lassen auch nicht. Was Universalove leistet, ist auch nicht genuin neu (was im Zusammenhang mit Liebe auch schier unmöglich wäre), sondern wichtig: ein durchgekautes Thema ohne pathetische Gesten, ohne klebende Romantik zu präsentieren und den Geschichten gerade durch den Einsatz der Musik ihre Beliebigkeit, ihren Kitsch zu rauben, anstatt mit der Musik einen billigen „wir sind alle gleich“-Effekt zu erzeugen.
Musik ist, gerade im Soundtrack etlicher Liebesfilme, viel zu oft Geschmacksverstärker für die lauen Ideen, und Geschmacksverstärker sind in der Musik genau wie beim Essen: ohne eigene Substanz, bloßes Beiwerk. Naked Lunch spielen gegen diese Verkümmerung mit Bravour auf: „this is the story of our romance / these are the words to comprehend / there is no end there's no beginning / we don't need entertainment / we entertain ourselves“ [military of the heart]
Universalove: Fr. 05.03., 19:00 Uhr; Sa. 06.03., 21:15 Uhr; So. 07.03., 20:00 Uhr; Mo. 08.03., 21:15 Uhr
|
|
|
|
|
|
| |
geschrieben von: jg am Dienstag, 09. März 2010
|
|
|
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|
|
 |
 |
|
|
|
 |
| |

Hannah Maynard, Anklägerin am Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, prozessiert gegen Goran Duric, einen ehemaligen Befehlshaber der jugoslawischen Volksarmee. Ihm wird vorgeworfen, für die Deportation und die spätere Ermordung bosnisch-muslimischer Zivilisten in Kasmaj, einer Kleinstadt in der heutigen Republika Srpska, verantwortlich zu sein. Als sich ein wichtiger Augenzeuge bei seiner Aussage in Widersprüche verstrickt, schickt das Gericht eine Delegation nach Bosnien, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Die Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen erhärten sich, allem Anschein nach sagt er nicht die Wahrheit.
Kurz darauf findet man seine Leiche; er hat sich in seinem Hotelzimmer das Leben genommen. Hannah gibt den Fall nicht verloren. In der Hoffnung, neue Erkenntnisse zu gewinnen, reist sie zur Beerdigung des Zeugen nach Sarajevo und trifft dort auf dessen Schwester Mira. Schon bald gewinnt Hannah den Eindruck, dass die junge Frau mehr über den Angeklagten zu sagen hat, als sie zunächst zugeben möchte. Obwohl Mira Angst hat, sich der Vergangenheit zu stellen und damit ihre ahnungslose Familie zu gefährden, mit der sie sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut hat, liefert sie schließlich den entscheidenden Hinweis für Durics Verbrechen und erklärt sich bereit, ihre Aussage vor dem Tribunal in Den Haag zu wiederholen.
Unmittelbar vor der entscheidenden Verhandlung versuchen Durics Verteidiger, Miras Zulassung als Zeugin zu verhindern, und finden mit ihrem Anliegen unerwartet Unterstützung von Seiten der Richterschaft. Hannah begreift, dass ihre Gegner nicht nur auf der Anklagebank, sondern auch in den eigenen Reihen zu finden sind.
Sturm: Di. 09.03., 20:00 Uhr
Im Rahmen der Schulkinowoche auch am Mittwoch, 10.03., 10:30 Uhr
Wir zeigen „Sturm“ in Kooperation mit Terre des Femmes anlässlich des Weltfrauentages.

TERRE DES FEMMES e.V.
Konrad-Adenauer-Str. 40,
72072 Tübingen
Tel. 07071 – 7973-0
tdf@frauenrechte.de
www.frauenrechte.de
|
|
|
|
|
|
| |
geschrieben von: jg am Mittwoch, 03. März 2010
|
|
|
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|
|
 |
 |
|
|
|
 |
| |

Bei dem Wort „Weltstadt“ denkt man als erstes an New York, London oder Tokio. Doch an keinem dieser Orte spielt dieser Film. Christian Klandts Spielfilmdebüt erzählt von seiner Heimatstadt Beeskow in Brandenburg und einer wahren Begebenheit vom Juni 2004: In einer Nacht wird ein schlafender Obdachloser von zwei Jugendlichen überfallen und angezündet. Ein Ereignis, an das sich heute in Beeskow keiner mehr erinnern will. Klandt nutzt diese Geschichte als Aufhänger, um dem Alltag der dort lebenden Menschen ein Gesicht zu geben.
Wir freuen uns, Regisseur Christian Klandt zur Premiere am Donnerstag, 04. März, im Zebra-Kino begrüßen zu dürfen.

Weltstadt erscheint nicht als ein Versuch, die Fakten der wahren Geschichte zu rekonstruieren, sondern stellt die Lebensgeschichten der Protagonisten mit ihren Ängsten, finanziellen und sozialen Nöten, ihren Träumen und Sorgen in den Vordergrund. Der Film ist eine Momentaufnahme der heutigen Gesellschaft. Die Lebensgeschichten der Protagonisten erzählen von Arbeitslosigkeit, Zukunftsangst, Resignation, Einsamkeit, Frust, Aggression und Fluchtphantasien. Es sind Geschichten, die jeden Tag in Deutschland passieren, doch kaum in ihrer Komplexität gesehen, sondern in den Medien in reißerischen Schlagzeilen und mit aufgesetzter Verachtung berichtet werden.
So ist der Film bei näherem Hinsehen ein eindeutiges Plädoyer für mehr Menschlichkeit, in dem Klandt aufzuzeigen versucht, dass ein Verbrechen nie losgelöst von seinem gesellschaftlichen Zusammenhang gesehen werden kann.
Weltstadt: Do. 04.03., 20:00 Uhr (mit Gastbesuch und Filmgespräch); Fr. 05.03., 21:15 Uhr; Sa. 06.03., 19:00 Uhr; Mo. 08.03., 19:00 Uhr
|
|
|
|
|
|
| |
geschrieben von: jg am Montag, 01. März 2010
|
|
|
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|
|
 |
 |
|
|
|
 |
| |
|
|
| |
geschrieben von: jg am Montag, 15. Februar 2010
|
|
|
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
|
|
 |
|
Bilder, die bewegen
|
 |
|
Adresse
|
 |
|
Konstanzer kurz.film.spiele
|
 |
|
Que(e)rgestreift
|
 |
|
Online
|
 |
Es sind 4 Besucher und 0 Mitglieder online.
|
|
 |
|