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Direkt zum Monatsprogramm: Februar 2010
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Dem elfjährigen Will Proudfood ist es aus Glaubensgründen verboten, Filme oder Fernsehen zu sehen. Als er in der Schule wieder einmal vor der Tür steht, während die anderen Kinder eine Dokumentation anschauen, trifft er auf den unbeliebten Lee Carter. Lee strotzt nur so vor Tatendrang, er will Regisseur werden. Vor kurzem erst hat er "Rambo" gesehen. Nun fehlt ihm nur noch ein Hauptdarsteller.
Als Will bei Lee zufällig eine Raubkopie des Films sieht, ist es um ihn geschehen. Die Magie des Kinos hat den Jungen gepackt und er schließt sich Lee an. In ihrer Vorstellungswelt wird der britische Wald zum vietnamesischen Dschungel, in dem die beiden Außenseiter fantasievoll Actionszenen nachstellen und die Geschichte von Rambows Sohn erzählen. Bald weckt ihr Filmprojekt auch das Interesse der anderen Schüler und nicht nur die älteren Mädchen, sondern auch der extrem coole Austauschschüler aus Frankreich wollen mitmachen.
Spieltermin: So, 7.2., 17.00
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geschrieben von: jg am Sonntag, 07. Februar 2010
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„Sometimes I live in the country
Sometimes I live in the town
Sometimes I have a great notion
To jump into the river and drown“ (Huddie „Lead Belly“ Ledbetter)
Lange und unbewegliche Einstellungen dominieren den Bilderfluss von Wendy & Lucy. In dieser Ruhe lässt Reichardt die Würde von oftmals trivial anmutenden Alltagsverrichtungen sichtbar werden. Es sind insbesondere die leichten Störungen dieser Abläufe und Routinen, die Wendy and Lucy auch als ein zeitgenössischer filmischer Kommentar zu Heideggers Analytik des Daseins verstehbar machen.

Wendy will mit ihrem Hund Lucy nach Alaska, um in den dortigen Konservenfabriken Geld zu verdienen. Sie hat in ihrer Heimat nämlich Schulden und träumt von einem neuen Leben ohne Sorgen. Auf dem Weg landet Wendy in Portland. Eine Reihe unvorhersehbarer Ereignisketten zieht den Aufenthalt dort in die Länge, ja, fast strandet sie tragisch in der Stadt der Rosen, ohne ihr Ziel je erreicht zu haben. Nur wenige weitere Charaktere bevölkern die Erzählung. Will Oldham berichtet als Hobo mitreißend von seinen schrägen Erlebnissen in Alaska, während Walter Dalton einen Wachmann mimt, der als einziger Wendy sorgsam gegenübertritt.
Spieltermine (OmU):
5.2., 19 Uhr;
6.2., 19 Uhr;
7.2., 20 Uhr;
8.2., 21.45 Uhr
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geschrieben von: jg am Dienstag, 02. Februar 2010
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Der mit dem großen Preis in Cannes ausgezeichneten Film Thirst (Durst) erzählt von dem katholischen Pater Sang-hyeon, der sich in einer aussichtslosen Lage wiederfindet, nachdem er sich einem gefährlichen, beinahe selbstmörderischen, Experiment mit Viren unterzieht. Er steht kurz vor der Himmelstür und überlebt nur dank einer Blutkonserve, die es in sich hat: Vampirblut. Fortan hat er mit ungewohnten Nebeneffekten zu kämpfen: verbesserte Wahrnehmung, übermenschliche Stärke und den Wunsch, seinen Blutdurst zu stillen.
Kurze Zeit später trifft er zufällig einen alten Jugendfreund, wird daraufhin zum Essen eingeladen und begegnet dessen Freundin Tae-joo. Die unheilvolle Geschichte nimmt ihren Lauf und eines ist sicher, der rote Vino wird fließen.
Durst ist ein Film, der sich nicht dem Genre des Vampirfilms unterwirft. Er ist weder Horror, noch Drama und überzeugt gerade in seiner Ambiguität: blutige Szenen, ruhige Momente und groteske, beinahe lächerliche Augenblicke wechseln einander ab, ohne sich gegenseitig auszuschließen.
Spielzeiten (OmU):
4.2., 20 Uhr;
5.2., 21.15 Uhr;
8.2., 19 Uhr;
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geschrieben von: jg am Montag, 25. Januar 2010
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Franz Kafkas Romanfragment „Amerika“ (auch: „Der Verschollene“) wurde in dem Film Klassenverhältnisse zum ersten Mal auf die Leinwand gebracht.

Der 16-jährige Karl Roßmann wird von seinen Eltern nach Amerika geschickt, weil ihn ein Dienstmädchen verführte und ein Kind von ihm bekam. Seine Bemühungen, sich in der Zivilisation der „Neuen Welt“ mit ihren rationalisierten Arbeitsmethoden zurecht zu finden und sich im Konkurrenzkampf gegen ungerechte Behandlungen und Übervorteilungen zu behaupten, schlagen immer wieder fehl.
Der Film wurde mit der Absicht gemacht, ein Verhältnis aus heutiger Zeit zu dem Text zu finden. Doch den Regisseuren ging es „überhaupt nicht darum, einen Text zu interpretieren. Keineswegs. Wir wollen keine Spur von Interpretation, wir wollen einen Text ganz… Wir sind keine Künstler! Wir sind Filmemacher! Es geht uns darum, einen Text vorzutragen. Schluß! Den Leuten, die ihn nicht gelesen haben oder die ihn schlecht gelesen haben oder sogar die ihn gut gelesen haben… über bestimmte Körper, Körperdarsteller zu bringen. Das ist alles.“
Spielzeiten:
28.01., 20 Uhr; 29.01., 21:45 Uhr; 30.01., 19 Uhr; 01.02., 19 Uhr
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geschrieben von: jg am Montag, 25. Januar 2010
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Eine Frau kauft einen kandierten Apfel am belebten Time Square und schlendert umher. Schließlich beschließt sie die Bombe in ihrem Rucksack an einer Fußgängerampel zu zünden...
 
Die Regisseurin Julia Loktev wagt sich in ihrem ersten Spielfilm an ein Sujet, dem unsere Gesellschaft ratlos und ängstlich gegenüber steht. Ihre Protagonistin ist Selbstmordattentäterin, die kurz vor der Vollendung ihrer Mission steht. Die unscheinbare Frau wird von Komplizen in einem Motel in New York untergebracht und umsorgt. Akribisch hält die Kamera das weitere Geschehen der zwei Tage fest, die die Frau dort zubringt. Es entsteht Nähe und doch bleibt eine unüberwindbare Distanz.
Wir erhalten einen tiefen Einblick in ihre Privatsphäre und erfahren dennoch nichts über ihre Beweggründe. Julia Loktev zeigt die Vorbereitung und Ausübung eines Selbstmordattentats auf eindringliche Weise, ohne jedoch eine Wertung oder Erklärung zu liefern.
Die Kommunikation zwischen Zuschauer und filmischen Geschehen basiert auf dem intimen Blick der Kamera vor allem auf Luisa Williams. Ihr bleiches Gesicht mit den großen Augen verrät uns, was niemand ausspricht: Überzeugung, aber auch Angst.
Spieltermine:
22.01., 19 Uhr; 23.01., 21:15 Uhr; 24.01., 20 Uhr; 25.01., 21:15 Uhr
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geschrieben von: jg am Montag, 18. Januar 2010
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